Till Bastian: Furchtbare Ärzte. Medizinische Verbrechen im Dritten Reich.
Geschrieben von Brigitte Rondholz am 11. September 2006 09:46:22:
Als Antwort auf: Re: An alle: Bitte Forumsregeln beachten und dieses Forum nicht missbrauchen geschrieben von Tabea am 10. September 2006 22:23:18:
Liebe Tabea,
>ich finde auch in einem urkostforum muss es richtig sein, auf politisches gedankengut (zumal wenn es darum geht, dass die morde an juden, andersdenkenden, zigeunern, homosexuellen, behinderten etc. im 3.reich strikt geleugnet werden) eingehen zu dürfen (lieber wäre mir natürlich auch gewesen so was gar nicht zu lesen.
Da hast du natürlich einerseits recht, andererseits ist es so ein weites Feld, dass es ein Fass ohne Boden würde, das korrekt aufzuarbeiten.
Zur Geschichtsschreibung des 3. Reiches möchte ich sagen, dass wir vieles falsch gelernt haben und dass die Verbrechen, die damals an Menschen begangen wurden, nur halbherzig aufgearbeitet wurden. Es war alles noch viel schlimmer.
Und die Verbrechen gehen weiter. Die Selektion "an der Rampe" geschieht nicht mehr auf den Bahnhöfen, sondern im Mutterleib.
Die vorgeburtliche Kindstötung gehört zum Alltag der Frauenärzte in Deutschland. Ganz legal.
Und wieder regt sich kein nennenswerter Widerstand.
Ich habe es schon des öfteren hier thematisiert, weil es auch zu unserem Thema gehört:
Pro Tag werden in Deutschland 12 Schulklassen abgetrieben
Und wie sich die Argumentationen gleichen!!
Die "Tötung aus Barmherzigkeit" als "Mitleids-Handlung". Einem schwergeschädigten Kind soll angeblich "unwertes" Leben zu "erspart" bleiben obwohl das "Recht auf Leben" nach dem Grundgesetz jedem zusteht, der lebt.
Neun Millionen Menschen mit Behinderungen gibt es in Deutschland unter fast 80 Millionen Menschen insgesamt..
Mehr als 96 Prozent von ihnen erleiden ihre Beeinträchtigung erst im Laufe ihres späteren Lebens.
Soll man die dann auch alle töten, wenn sie etwa "Mühe" machen??
Wer von Anfang an Einschränkungen hat ... muss heutzutage auf der Hut sein. Für viele ist sein Leben nichts mehr wert.
Die Nazis machten dies vor (und viele wissen dies nicht mehr!) durch den Film: "Ich klage an!"
DER Propagandafilm des Dritten Reichs zur Euthanasiefrage.
Der dramaturgisch geschickt aufgebaute, und sehr suggestiv inszenierte Agitationsfilm diente den NS-Behörden zur Rechtfertigung ihrer systematischen Vernichtung von Geisteskranken sowie zur psychologischen Vorbereitung eines "Sterbehilfegesetzes".
Das Schlagwort vom ‘Lebensunwerten Leben’ deckte im "Dritten Reich" Verbrechen, die von der Euthanasie bis zum rassisch motivierten Völkermord reichten.
In diesem Film, der im Auftrage von Staat und Partei geschaffen wurde, dreht sich die Haupthandlung "nur" um die "Tötung auf Verlangen", deren Problematik aber erheblich ausgeweitet wird.
"Professor Dr. Thomas Heyt, dessen junge Frau Hanna an multipler Sklerose erkrankt, sucht in seinem pathologischen Forschungsinstitut den Erreger der Krankheit. Als sich Hannas Leiden rasch und qualvoll, ohne jede Aussicht auf Heilung, verschlimmert und sie zu sterben wünscht, verabreicht er ihr die erlösenden Arsentropfen. Der befreundete Hausarzt, der eine Tötung auf Verlangen zunächst verwarf, befürwortet den Gnadentod nachträglich: überzeugt hat ihn das Schicksal eines an Gehirnhautentzündung erkrankten und von ihm behandelten Kleinkindes, das inzwischen blind, taub und "ganz idiotisch" ist. Heyt wird wegen Tötung seiner Frau angeklagt. Sein Schlußwort vor Gericht steigert sich zur flammenden Anklage gegen 216 des Strafgesetzbuches, in der er die Vollstrecker überwundener Anschauungen und überholter Gesetze anklagt. Der dramaturgisch geschickt gebaute, sehr suggestiv inszenierte Agitationsfilm diente den NS-Behörden zur Rechtfertigung ihrer systematischen Vernichtung von Geisteskranken sowie zur psychologischen Vorbereitung eines "Sterbehilfegesetzes"."
Auch hier mal schauen, wie verbreitet Propagandafilme zu allen Zeiten waren, Oliver Stone hat auch grad wieder einen zum heutigen Tag gemacht.
http://www.arikah.net/enzyklopadie/Propagandafilm
Im Nürnberger Ärzteprozess 1946 und 1947 standen übrigen auch die Versuche an Menschen zur Verhandlung. Nur zwanzig NS-Ärzte waren angeklagt - alle plädierten auf nicht schuldig.
NUR 20!! Dabei war die deutsche Ärzteschaft weit mehr als die Durchschnittsbevölkerung nationalsozialistisch organisiert. Leicht entsteht der Eindruck, die medizinischen Verbrechen im Nationalsozialismus seien nur von "einigen wenigen gewissenlosen Ärzten" begangen worden, die sich von der NS-Ideologie verführen hatten lassen.
Nein! Hitlers Machtergreifung wurde von vielen freudig begrüßt: 45% aller Ärzte traten nach 1933 in die NSDAP ein. Im gleichen Jahr gingen die beiden größten ärztlichen Standesorganisationen, der Hartmannbund und der Deutsche Ärztevereinsbund, mit dem Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund (NSDÄB) ein Bündnis ein.
"Viele deutsche Ärzte haben sich im Ersten Weltkrieg bereits an energisches ,Durchgreifen' und Missachtung der Patientenrechte gewöhnt, schon lange vor 1933 den späteren nationalsozialistischen Herrschern bereitwillig, ja begeistert angedient", schreibt der Arzt und Medizinhistoriker Till Bastian in seinem Buch "Furchtbare Ärzte".
Unbedingt lesen: Till Bastian: Furchtbare Ärzte. Medizinische Verbrechen im Dritten Reich.
Auch hier lesen:
Weiße Kittel mit braunen Kragen
Evelyn Hauenstein
Ausgerechnet Medizinstudenten wissen wenig über das dunkelste Kapitel der deutschen Medizingeschichte: die Verbrechen von Ärzten im Nationalsozialismus. Das liegt aber nicht am mangelnden Interesse der Medizinstudenten. Sie finden die Auseinandersetzung mit diesem Thema für ihren späteren Arztberuf wichtig. Von vielen einflussreichen Ärzten und Lehrenden wird dieses Thema bis heute totgeschwiegen. Via medici bringt Licht in dieses Dunkel.
Übersicht
* Der normale Mediziner unter der NS-Herrschaft
* Die jüdischen Ärzte
* Verbrechen von Ärzten in Konzentrationslagern
* Die Aufarbeitung
* Aktueller Bezug in der Ethikdebatte
Mehr hier:
Ärzte im Dritten Reich -Weiße Kittel mit braunen Kragen
Auch der Göttinger Rechtsmediziner Klaus-Steffen Saternus sieht großen Diskussions- und Aufklärungsbedarf:
"Mit der Verwertbarkeit von Menschen rechtfertigten viele die KZ-Experimente",
sagt Saternus. "Studierende sollten daraus lernen und die Absichten heutiger Forschungsinteressen kritisch hinterfragen, etwa wenn es um experimentelle Therapien an "austherapierten" Krebspatienten geht."
Manche Daten - zum Beispiel die Hypoxiezeiten des menschlichen Gehirns - seien an Opfern der Nazi-Medizin gewonnen worden."

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"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht." (Buddha, Gautama (-560--480)
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